Twitter Clients für Android

von nukular2k

Ein wesentlicher Faktor, der darüber entscheidet, ob man dem Phänomen Twitter verfällt, ist der zwischen Nutzer und „Twitterverse“ stehende Client. Sofern denn da ein Client ist. Am Rechner selbst wird der Neueinsteiger ja über die Website den ersten Kontakt mit dem Medium aufnehmen und es oftmals auch bei der Nutzung über twitter.com belassen (TechCrunch schrieb 2009 von rund 30% Web-Nutzern, der meistgenutzte Client TweetDeck kommt auf rund 16%). Auf mobilen Geräten sorgen vorinstallierte Apps und leicht zu erreichende App-Stores hingegen für geringere Berührungsängste der Neu-Nutzer mit Twitter-Clients.

Auch Android-Nutzer (wie ich einer bin) haben einige Clients zur Auswahl, zwischen denen sie wählen können. Da das heutige Bundesliga-Finale ja so wahnsinnig spannend bereits im Voraus weitestgehend entschieden war, konnte ich nebenbei mal ein paar Twitter-Clients für Android ausprobieren. Hier ein kleiner, unprofessioneller Überblick in beliebiger Reihenfolge. Alle Clients sind kostenlos im Android Market zu haben.

1. Seesmic

Seesmic habe ich jetzt bestimmt ein gutes Jahr auf dem Galaxy gehabt. Der Client beherrscht alle nötigen Funktionen und unterstützt auch mehrere Konten (u.a. auch Facebook-Konten, ich beschränke mich hier aber auf die Twitter-Funktionen). Da mich aber immer wieder die Zuverlässigkeit genervt hat, mit der mich der Client über @Replies informiert, habe ich mich heute nach Alternativen umgesehen.

Der Client präsentiert sich, zumindest nach meinem Geschmack, optisch ansprechend. Oben gibt es eine doppelte Navigationsleiste, die dennoch nicht überdimensioniert wirkt. Insgesamt ist Seesmic funktionell, ohne besondere Features zu bieten. In der kostenlosen Version ist seit kurzem Werbung eingebaut, jedoch relativ unaufdringlich, nämlich nicht fixiert oberhalb des ersten Tweets in der Timeline.

2. TweetDeck

Der wohl bekannteste Client ist TweetDeck, der inzwischen auch von Twitter übernommen wurde. Wie auch der Desktop-Client, zeichnet sich die mobile Variante vonTweetDeck durch die nebeneinander angeordneten Streams aus, die an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden können. So kann zum Beispiel zwischen den Timelines mehrerer Accounts per Wischen hin- und hergswitched werden.

Mir gefällt TweetDeck optisch jedoch weniger, weswegen ich den Client nicht nutze – zu leblos wirkt das Design. Auch die Möglichkeit mehrere Streams nebeneinander anzuordnen, wegen der ich den Client auch auf dem Rechner habe, überzeugt in der mobilen Version weniger – einfach, weil die Streams nicht gleichzeitig dargestellt werden.

3. TweetCaster

TweetCaster kannte ich bis heute nicht. Der Client präsentiert sich sehr Bunt. Das Design ähnelt dabei Seesmic. Besondere Features des Clients sind die mit Filtern versehene Suchfunktion und eine Reihe von integrierten Statistiken, welche sich schnell abrufen lassen.

Ein klares Minus ist hingegen die dargestellte Werbung, die sich nicht wie bei Seesmic einfach wegscrollen lässt, sondern die sich stets als Footer der App präsentiert (Im Screenshot ist der Content des Werbefensters nicht geladen und nur ein weißer Kasten zu sehen). Zwar kann der Werbe-Kasten geschlossen werden, beim nächsten Öffnen der App ist es jedoch wieder präsent.

4. Twitter (offizielle App)

Bisher keine Wünsche offen lässt bei mir die offizielle Twitter App. Im Android Market ist immer mal wieder die Rede von Abstürzen der App – es scheint aber, als sei die Anwendung inzwischen wesentlich zuverlässiger geworden. Da ich bisher nicht über einen längeren Zeitraum getestet habe, kann ich hierzu aber nichts sagen.

Sehr gut gefällt mir die direkte Benachrichtigung über @Replies bzw. @Mentions. Ein Intervall für die Hintergrundaktualisierung kann hier nicht eingestellt werden – die Benachrichtigung kommt aber so zügig, dass hier ein Push-System zu greifen scheint (oder der Client fragt wirklich alle 30 Sekunden nach neuen Tweets). Der erste Eindruck ist also: Nichts zu meckern, sehr guter Client!

5. Twicca

Twicca war mal mein erster Twitter-Client, funktionierte dann von einen Tag auf den anderen aber bei mir nicht mehr. Schon der Origami-Vogel als Logo hat versprüht Charme und erinnert mich als Gamer natürlich an Heavy Rain – so punktet man schon vor dem Öffnen der App.

Design-Technisch präsentiert sich der Client auch nach dem Öffnen nach meinem Geschmack, nämlich schwarz (es gibt auch ein helles Theme zur Auswahl) und minimalistisch. Die Buttons zum Switchen zwischen Timeline, @Mentions und DMs sind hier frei schwebend am Fuße des Bildschirms angeordnet.

Die Besonderheit von Twicca sind die farblichen Marker, die jedem Nutzer zugeordnet werden können und so auch beim schnellen Durchscrollen für viel Übersichtlichkeit sorgen. Der Nachteil von Twicca ist der fehlende Support von mehreren Twitter-Konten – hieran wird jedoch gearbeitet. Trotzdem: Das sehr sinnvolle Farb-Feature, gemeinsam mit der Tatsache das Twicca noch immer werbefrei ist, machen es für mich zum persönlichen Favoriten unter den Twitter-Clients.

Buntes Twicca, schnelles Twitter

Alle fünf Clients erfüllen ihren Zweck und sind uneingeschränkt zu empfehlen, unterscheiden sich jedoch durch Design und anhand einiger Besonderheiten. Das Design ist zweifelsohne eine Geschmacksfrage – welche Features einem am wichtigsten sind, beeinflusst zudem die Wahl. Seesmic bietet Grundfunktionen und ein einfaches Managen mehrerer Accounts, auch von Facebook-Accounts. Das kann auch TweetDeck, zusätzlich lässt sich einfach zwischen mehreren, individualisierten Streams wechseln. TweetCaster bietet eine Reihe von Statistiken und eine verfeinerte Suche. Besonders überzeugt haben mich aber die offizielle Twitter-App mit ihrer sehr schnellen Benachrichtigung bei neuen Erwähnungen und Twicca mit seiner farblichen Strukturierung der Timeline.

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